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Fettarme Ernährung

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Eine der effektivsten Maßnahmen, um den Blutdruck zu senken, ist, abzunehmen (siehe dazu Gewichtsreduktion: Sinn und Unsinn von Diäten, PZ 26/2009). Empfohlen wird, das Gewicht zu normalisieren, also einen Body-Mass-Index (BMI) von unter 25 kg/m2 zu erreichen. Pro verlorenem Kilo sinkt der systolische Blutdruck um etwa 1 mmHg. Zudem hat eine Gewichtsreduktion den Vorteil, dass sie auch weitere Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Insulinresistenz, Diabetes mellitus oder eine Hyperlipidämie positiv beeinflusst. Aber auch normalgewichtige Hypertoniker sollten auf die Energiezufuhr achten, um Übergewicht zu vermeiden. Gesteigert wird der blutdrucksenkende Effekt des Abnehmens durch regelmäßige Bewegung. Sich mehrmals in der Woche etwa 30 Minuten körperlich zu betätigen, kann den Blutdruck um 4 bis 8 mmHg systolisch senken. Geeignete Sportarten sind beispielsweise Laufen, Wandern oder Schwimmen.

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Dem Blutdruck zuliebe sollte man auch möglichst auf Alkohol verzichten. Denn bereits kleine Mengen heben den Wert an. Daher empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), dass die Alkoholmenge bei Männern pro Tag 20 g (das entspricht etwa zwei Gläsern Bier oder Wein) und bei Frauen 10 g nicht überschreiten sollte. Zudem sollte diese Menge nicht jeden Tag, sondern höchsten drei- bis viermal pro Woche konsumiert werden. Am besten wirkt sich natürlich ein kompletter Alkoholverzicht aus.

 

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Kaffee und andere coffeinhaltige Getränke sind dagegen, zumindest in Maßen, für Hypertoniker erlaubt. Denn Coffein hat keinen oder nur einen geringen Einfluss auf den Blutdruck bei Personen, die an einen regelmäßigen Konsum gewöhnt sind. Nur Hypertoniker mit sehr hohen Werten sollten weitestgehend auf Kaffee, Tee und Cola verzichten.

 

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Positiv auf den Blutdruck wirkt sich auch eine vollwertige, fettarme Ernährung mit viel Obst und Gemüse aus. Dies zeigen unter anderem die Ergebnisse einer klinischen Studie zum Nutzen der DASH-Diät (Dietary Approaches to Stop Hypertension), die 1997 im »New England Journal of Medicine« (Band 336, Seite 1117) erschienen ist. Die DASH-Diät ist reich an Obst und Gemüse sowie fettarmen Milchprodukten. Enthalten sind zudem Vollkornprodukte, Geflügel, Fisch und Nüsse. Gemieden werden dagegen gesättigte Fettsäuren, rotes Fleisch, Süßigkeiten und zuckerhaltige Getränke. Innerhalb weniger Wochen kann diese Diät den Blutdruck durchschnittlich um 5 bis 6 mmHg systolisch und 3 mmHg diastolisch senken.

 

Ausgewogen und fettarm essen

 

Die Empfehlungen der DGE für Hypertoniker entsprechen den Prinzipien der DASH-Diät. So rät die Gesellschaft, fettarme Milch und Milchprodukte, Vollkornerzeugnisse, Obst, Gemüse und Nüsse zu verzehren, um eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen, Calcium, Magnesium sicherzustellen. Die Ballaststoffaufnahme sollte erhöht werden, was vor allem über Gemüse, Kartoffeln, Hülsenfrüchte und pektinreiche Obstsorten wie Äpfel und Birnen zu erreichen ist. Gleichzeitig sollte die Fettzufuhr nicht mehr als 30 Prozent der täglichen Energiezufuhr ausmachen. Dies bedeutet in der Praxis, möglichst fettarme Nahrungsmittel und fettsparende Zubereitungsarten wie Dünsten auszuwählen. Von dem zugeführten Fett sollte nur ein Drittel aus gesättigten Fettsäuren, ein Drittel aus einfach und ein Drittel aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren bestehen. Tierische Fette, etwa aus Butter, Schmalz oder Speck, sind möglichst durch pflanzliche Fette wie in Margarine, Sonnenblumenöl oder Olivenöl zu ersetzen.

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Am häufigsten empfohlen, aber auch am stärksten umstritten ist die Kochsalzrestriktion bei Hypertonie. Das im Kochsalz enthaltene Natrium ist das dominierende Kation der extrazellulären Flüssigkeit und bestimmt deren Volumen und osmotischen Druck. Eine erhöhte Natrium-Aufnahme erhöht das extrazelluläre Volumen und damit den Blutdruck – so die Theorie. Eine Reihe von Untersuchungen in verschiedenen Ländern zeigt tatsächlich einen Zusammenhang zwischen Salzkonsum und Hypertensionsrate in der Bevölkerung, schreibt die DGE in ihrer Publikation »D-A-CH: Referenzwerte für die Nährstoffversorgung«. Entsprechend empfiehlt die Gesellschaft, den Konsum von Kochsalz bei Hypertonikern auf maximal 6 g pro Tag zu senken. Im Augenblick nimmt der Durchschnittsdeutsche laut DGE etwa 9 g täglich zu sich. Der eigentlich Bedarf liegt weit darunter: Die Zufuhr von 550 mg Natrium (entsprechend rund 1,4 g Kochsalz) pro Tag reicht laut D-A-CH-Referenzwerten bei Erwachsenen völlig aus. Eine solche streng natriumarme Kost lässt sich aber im Alltag schwer durchhalten.

 

Dass der Salzverzicht einen Einfluss auf den Blutdruck hat, zeigen einige Untersuchungen. In einer weiteren klinischen Studie zur DASH-Diät, die 2001 im »New England Journal of Medicine« erschienen ist (Band 334, Seite 3), senkte die Reduktion des Kochsalz-Konsums auf unter 3 g pro Tag den systolischen Blutdruck durchschnittlich um 6,7 mmHg. Der Konsum von maximal 6 g pro Tag, wie von der DGE empfohlen, konnte den Druck um 2,1 mm Hg senken. Dieser relativ geringe Effekt ist einer der Gründe, warum die Empfehlung zur Salzrestriktion häufig kritisiert wird. Doch scheint eine salzarme Diät grundsätzlich einen Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu bieten. Dies legen die Ergebnisse der TOPH-Studien (Trials of Hypertension Prevention) mit fast 3000 Probanden mit Prähypertension (hochnormalem Blutdruck) nahe. Eine Salzreduktion um ein Drittel führte zu einer um 30 Prozent niedrigeren Rate von kardiovaskulären Ereignissen, berichteten Forscher um Nancy Cook 2007 im »British Medical Journal« (Band 334, Seite 885). Die Rolle von Natrium in der Entstehung von Bluthochdruck halten einige Experten für komplexer als bislang vermutet. Womöglich könne eine chronische Salzüberlastung, wie sie unsere Ernährung darstellt, strukturelle und funktionelle Veränderungen an Organen wie Herz und Gefäßen auslösen und somit das kardiovaskuläre Risiko erhöhen.

 

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Übereinstimmend empfehlen die DGE wie auch die Deutsche Hochdruckliga nach wie vor den weitgehenden Verzicht auf Kochsalz. Ein Grund hierfür ist auch, dass die Salzrestriktion den Effekt der meisten antihypertensiven Medikamente verbessert und die blutdrucksenkende Wirkung einer gesunden Ernährung unterstützt.

 

Von einer Salzreduktion profitieren aber nicht alle Menschen. Nur etwa 15 bis 30 Prozent der Bevölkerung sind »salzsensitiv«, reagieren also mit einem Blutdruckanstieg auf einen übermäßigen Salzkonsum. Diese Sensitivität ist genetisch bedingt, sie geht auf Polymorphismen im Renin-Angiotensin- und in weiteren Enzymsystemen zurück. Von den Hypertonikern sind etwa 50 Prozent salzempfindlich. Die Hälfte der Bluthochdruck-Patienten würde also von einer Salzrestriktion profitieren. Wer das ist, lässt sich aber nicht durch einfache Tests feststellen, weshalb die Fachgesellschaften für alle Hypertoniker Zurückhaltung beim Salzen empfehlen. In einer dreiwöchigen Versuchsphase mit salzarmer Diät und täglich mehrmaligem Blutdruckmessen lässt sich der Nutzen prüfen.

 

Das Problem an der salzarmen Diät ist ihre schlechte Einhaltbarkeit. Zum einen empfinden viele ungesalzenes Essen als fade. Zum anderen ist der eigene Salzverzehr, anders als zum Beispiel die Kalorienzufuhr, schlecht zu überblicken. Weniger als ein Viertel des aufgenommenen Salzes stammt aus dem Salzstreuer, der größte Teil aus prozessierten Lebensmitteln, vor allem Brot, Wurst und Käse. Zwei Scheiben Graubrot enthalten bereits 1 g Kochsalz.

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Salz sparen kann man, indem man besonders salzhaltige Lebensmittel wie Konserven, Fertigprodukte, gepökelte und geräucherte Fleisch- und Fischwaren sowie Salzgebäck meidet. Sie können durch kochsalzärmere ersetzt werden, etwa durch Pell- statt Salzkartoffeln, Kräuterquark statt Schnittkäse, gegrillten statt geräuchertem Fisch oder Tiefkühl- statt Konservengemüse. Statt Fertigprodukte zu verzehren, sollte man idealerweise selbst kochen und dabei frische Kräuter statt Salz verwenden. Grundsätzlich sollte man Speisen möglichst nicht am Tisch nachsalzen. Von Kochsalzersatzmitteln ist laut Leitlinien abzuraten. Diese Produkte ersetzen Natrium durch Magnesium, Kalium oder Calcium in Verbindung mit Säuren wie Wein-, Zitronen- oder Glutaminsäure, erreichen aber nicht den Geschmack von Kochsalz. Zudem entfalten sie einen bitteren, metallischen Bei- und Nachgeschmack und können daher den Eigengeschmack der Speisen verändern (siehe Kasten).

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