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Purinarme Lebensmittel

Purinarme Lebensmittel  gesundheit.de - purinarme lebensmittel

Autor: Carina Rehberg

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Purinarme Kost - Gesund Kochen und Ernähren - purinarme lebensmittel

Fachärztliche Prüfung: Dr. med. Jochen Handel

Aktualisiert: 03 Dezember 2020

Harnsäure im Blut ist nicht in jedem Falle schlecht. Harnsäure wirkt im Blut z.B. antioxidativ und schützt die Blutgefässe vor Schäden durch oxidative Prozesse. Ab einer bestimmten Konzentration steigt jedoch die Wahrscheinlichkeit für negative Auswirkungen der Harnsäure.

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Steigt der Harnsäurespiegel auf 6,8 mg/dl oder mehr, dann bleibt die Harnsäure nicht länger gelöst im Blut. Stattdessen bilden sich jetzt sogenannte Uratkristalle. Diese Kristalle wiederum lagern sich bevorzugt in den Gelenken oder den Nieren ein.

Geschieht die Ablagerung in den Gelenken, naht in absehbarer Zeit ein Gichtanfall (ab ca. 8 mg/dl Harnsäure). Denn der Körper kann die Gelenkablagerungen nur eine gewisse Zeit lang tolerieren, dann müssen sie wieder abgebaut werden. Dies geschieht zum Beispiel im Gichtanfall. Das Immunsystem schaltet in seinen Notfallmodus und baut mittels einer Entzündungsreaktion die Uratkristalle wieder ab. Dies ist allerdings ein sehr unangenehmer Vorgang und mit Schwellung und Schmerzen verbunden.

Sind die Nieren das Ziel der Kristalleinlagerung, können sich daraus Nierensteine (Harnsäuresteine) entwickeln. Daher bei hohen Harnsäurewerten immer auch die Niere im Blick behalten.

Wenn Ihr Harnsäurespiegel auf Werte steigt, die einen Gichtanfall befürchten lassen oder wenn schon derartige Anfälle auftraten, wird Ihr Arzt alles daran setzen, Ihren Harnsäurespiegel wieder zu senken. Er kann Ihnen sog. Urikosurika (z. B. Probenecid) verordnen. Diese Medikamente steigern die Harnsäureausscheidung über den Urin. Das aber stresst die Nieren und ist daher bei eingeschränkten Nierenfunktionen keine Option.

Häufiger werden daher sog. Urikostatika verschrieben. Sie hemmen die Harnsäurebildung. Das bekannteste Urikostatikum ist Allopurinol. Meist wirken diese Medikamente sehr gut. Sie können aber auch Nebenwirkungen haben – und diese sind nicht ohne.

Bei Allopurinol kann es zu Hautekzemen oder Verdauungsstörungen kommen. Die Leber kann Schäden davon tragen und es können sich paradoxerweise Nierensteine bilden, also das, was man eigentlich vermeiden will. Auch das Blut kann unter der Allopurinoleinnahme leiden, genauso die Nerven, so dass es zu schmerzhaften Neuropathien kommen kann.

Auch Urikosurika gehen mit Nebenwirkungen einher. Abgesehen von der möglichen Überlastung der Nieren ist besonders unangenehm, dass es zu Beginn der Einnahme zu einem Gichtanfall kommen kann. Auch Harnsteine sind möglich. Zu den häufigen Nebenwirkungen gehören überdies Verdauungsbeschwerden (Übelkeit, Brechreiz, Völlegefühl), Hautausschläge, Juckreiz, Zahnfleischentzündungen und Haarausfall – Symptome, die zu neuen Sorgen, neuen Medikamenten und neuen Nebenwirkungen führen.

Beim Anblick der unerwünschten Begleiterscheinungen einer medikamentösen Harnsäuresenkung ist es nur verständlich, wenn man nebenwirkungsfreie naturheilkundliche Massnahmen bevorzugt. Diese ergeben sich oft schon, wenn man sich ansieht, warum es überhaupt zu einem zu hohen Harnsäurespiegel kommen kann. Hier kann es ganz unterschiedliche Gründe geben, wobei auch gelegentlich eine Kombination dieser Gründe vorliegt:

Harnsäure fällt beim Abbau von Purinen an – und zwar in der Leber und im Dünndarm. In der Leber entstehen 80 Prozent der Harnsäure, im Dünndarm sind es 20 Prozent. Purine sind Bestandteile der Erbsubstanz einer jeden Zelle. Folglich fallen Purine immer dann an, wenn körpereigene Zellen abgebaut werden (siehe 2.), aber auch wenn Zellen aus Lebensmitteln abgebaut werden (was bei der Verstoffwechslung der Nahrung geschieht).

Purin Purine: purinarme Lebensmittel  Gicht diät, Gicht, Gicht

Purin Purine: purinarme Lebensmittel Gicht diät, Gicht, Gicht | purinarme lebensmittel

Nun gibt es Lebensmittel, die besonders purinreich sind und solche, die nur wenige Purine enthalten. Purinreiche Lebensmittel können tierischen, aber auch pflanzlichen Ursprungs sein. Isst man gesund, also bevorzugt vegetarisch und nicht zu viele purinreiche Lebensmittel, dann kann der Körper die entstehende Harnsäure problemlos mit dem Urin und zu einem kleinen Teil mit dem Stuhl ausleiten.

Werden aber zu viele purinreiche tierische Lebensmittel gegessen, dann fällt bei deren Verstoffwechslung sehr viel Harnsäure an – und zwar so viel, dass diese eben nicht mehr umfassend ausgeschieden werden kann. Sie bleibt im Blut, so dass dort der Harnsäurespiegel steigt.

Zu den tierischen Purinquellen gehören insbesondere Fleisch, Wurst, Fisch und Meeresfrüchte. Zu den pflanzlichen Purinquellen zählen Hülsenfrüchte, Samen (z. B. Sonnenblumenkerne) und Hefe (z. B. vegetarische Brotaufstriche auf Basis von Nährhefe).

Oft werden auch manche Gemüse als “wahre Purinbomben” bezeichnet, wie z. B. Spinat, Rosenkohl, Pilze, Brokkoli und Spargel, so dass im Grunde kaum noch eine Lebensmittelgruppe übrig bleiben würde.

Natürlich enthalten auch Gemüse – wie nahezu alle Lebensmittel – Purine, und zwar einfach deshalb, weil sie aus Zellen bestehen. Doch ist ihr Puringehalt vergleichsweise niedrig. Eine Portion frischer Spinat (150 g) liefert beispielsweise genau wie 150 g gegarter Brokkoli 75 mg Harnsäure. 125 g Hühnchen aber liefern ohne Haut bereits 200 mg Harnsäure. Andere tatächliche Purinbomben sind die folgenden:

Die Angabe bezieht sich auf mg Harnsäure pro 100 g Lebensmittel (möchten Sie die Harnsäuremenge in Purine umrechnen, dann teilen Sie durch 2,4):

Wenn man nun bedenkt, dass im akuten Zustand eines Gichtanfalls oder wenn man die Harnsäure senkenden Medikamente nicht verträgt, nicht mehr als 300 mg Harnsäure pro Tag aus der Nahrung entstehen sollten, dann wird klar, dass man mit obigen Lebensmitteln diese Grenze sehr schnell erreichen würde.

Eine weniger strenge, aber dennoch purinarme Ernährung sieht etwa 430 mg Harnsäure pro Tag bzw. 3.000 mg pro Woche vor. Auch diese Menge wird schnell erreicht, wenn man tierische Lebensmittel isst.

Wie sieht es nun aber mit Hülsenfrüchten aus? Und wie mit Nüssen und Samen? Auch vor diesen wird im Zusammenhang mit hohen Harnsäurewerten gewarnt. Hier eine Auswahl (ebenfalls in mg Harnsäure pro 100 g Lebensmittel):

Wir haben hier also einerseits deutlich niedrigere Werte als bei Fleisch, Wurst und Fisch, ja sogar so niedrige Werte, dass man auch gleich vor Getreide und Brot warnen müsste, wenn man Hülsenfrüchte und Nüsse oder Saaten als bei hohen Harnsäurewerten problematisch betrachten wollte. Denn Brot liefert zwischen 40 und 65 mg Harnsäure pro 100 g (Teigwaren nur zwischen 20 und 35 mg).

Andererseits stellen pflanzliche Purine offenbar kaum ein Problem für den harnsäuregebeutelten Körper dar. Man weiss nämlich inzwischen, dass pflanzliche Purinquellen – auch wenn sie sehr purinreich sind – meist keine derart negativen Auswirkungen auf den Harnsäurespiegel haben wie tierische Purinquellen.

In Studien zeigte sich sogar, dass purinreiche pflanzliche Lebensmittel das Risiko, einen Gichtanfall zu erleiden, nicht erhöhen. Es ist also nicht erforderlich, auf hochwertige Lebensmittel wie Linsen, Bohnen, Erbsen, Saaten oder Gemüse zu verzichten.

Purinarme Kost - Gesund Kochen und Ernähren

Purinarme Kost – Gesund Kochen und Ernähren | purinarme lebensmittel

Lebensmittel können nun nicht nur durch ihren Purinreichtum den Harnsäurespiegel erhöhen. Es gibt auch “Lebensmittel”, die selbst relativ purinfrei sind, den Harnsäurespiegel jedoch anheben, indem sie die Harnsäureausscheidung hemmen und den Purinabbau noch zusätzlich fördern.

Zu dieser Lebensmittelgruppe gehören die alkoholischen Getränke (insbesondere Hochprozentiges und Bier; Wein hingegen weniger). Bier liefert überdies aufgrund des Hefegehaltes auch eine gewissen Purinmenge.

Eine ungewöhnliche Harnsäurequelle ist ausserdem der isolierte Fruchtzucker ( Fructose ). Fruchtzucker in Früchten ist harmlos – es sei denn die Ernährung wird zu einem sehr grossen Teil aus Früchten bestritten oder Sie trinken täglich viele Fruchtsäfte. Auch sollten Trockenfrüchte nicht gerade in Massen verzehrt werden.

Wirklich problematisch ist hingegen, wenn Fruchtzucker als konzentriertes Süssungsmittel eingesetzt wird, wie das z. B. in Softdrinks oder auch in manchen Süssigkeiten der Fall ist. Auch Agavendicksaft besteht zu einem grossen Teil aus reiner Fructose. Beim Abbau dieser Fructose entsteht Harnsäure, die den Harnsäurespiegel massiv steigen lassen kann.

Xylit ist ein Zuckeraustauschstoff, der im Grunde positive Auswirkungen auf die Zahngesundheit hat und kaum zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führt. Im Falle eines erhöhten Harnsäurespiegels aber ist Xylit nicht empfehlenswert, da es den Purinabbau beschleunigen und somit zu einer Erhöhung des Harnsäurespiegels beitragen kann.

Selbst manche Geschmacksverstärker, die Fertigprodukten oder auch Restaurant- und Kantinenkost beigemischt werden, können Purine und damit Harnsäure liefern. Zu diesen Geschmacksverstärkern gehören alle von E626 bis E635.

Wie unter 1. bereits erwähnt, kann es auch dann zu einem hohen Harnsäurespiegel kommen, wenn der Körper plötzlich verstärkt eigene Zellen abbaut. Normalerweise entstehen über diesen Eigenzellabbau 50 Prozent der täglich anfallenden Harnsäure. Die übrigen 50 Prozent stammen aus der Nahrung.

Ein verstärkter Abbau eigener Zellen findet besonders bei bestimmten Krankheiten statt (z. B. bei Anämie oder Leukämie), im Rahmen einer Diät mit starkem Gewichtsverlust oder während einer Therapie (wenn z. B. bei einer Chemotherapie ein Tumor abgebaut wird).

Auch werden oft Probleme mit dem Harnsäurestoffwechsel bei Störungen wie Autismus, Epilepsie u. a. beobachtet.

Wenn eine Nierenschwäche vorliegt, können die Nieren die anfallende Harnsäure nicht mehr im gewohnten Mass ausleiten. Auch dann kann es zu einem hohen Harnsäurespiegel kommen. Hier ist natürlich in erster Linie die Regeneration und Entlastung der Nieren angesagt. Lesen Sie auch hier, wie Sie Ihre Nieren ganzheitlich reinigen.

Wer bereits Medikamente gegen ein ganz anderes Problem einnimmt und plötzlich auch unter zu hohen Harnsäurewerten leidet, sollte sich erkundigen, ob seine Medikamente nicht gar zu einer Arzneimittelgruppe gehören, die als Nebenwirkung den Harnsäurespiegel erhöhen können.

Zu diesen Medikamenten gehören beispielsweise manche Mittel gegen Bluthochdruck (Diuretika). Gleichzeitig kann ein hoher Harnsäurespiegel langfristig zu Bluthochdruck führen, da Harnsäure ein Hormon aktiviert, das wiederum gefässverengend wirkt und über diesen Mechanismus den Blutdruck hebt. Bei Bluthochdruck lohnt es sich daher immer, auch die Harnsäurewerte zu überprüfen – und umgekehrt.

Ernährungsplan bei Gicht: Die ideale Ernährung sowie purinarme

Ernährungsplan bei Gicht: Die ideale Ernährung sowie purinarme | purinarme lebensmittel

Wer überdies zur “Blutverdünnung” regelmässig Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin) einnimmt, muss ebenfalls berücksichtigen, dass dies den Harnsäurespiegel heben kann, da ASS die Harnsäureausscheidung hemmt.

Werden nun ganzheitliche Massnahmen eingesetzt, um beispielsweise die Harnsäurewerte zu reduzieren, um die Blutfliesseigenschaften zu verbessern oder um den Blutdruck ohne Medikamente zu senken, dann lassen sich damit – dank der Ganzheitlichkeit der Vorgehensweise – langfristig meist alle Probleme zugleich beheben. Läge ausserdem noch ein hoher Cholesterinwert, ein Übergewicht oder ein Diabetes vor, würden sich auch in diesen Bereichen Besserungen ergeben.

Aus den oben genannten Ursachen eines zu hohen Harnsäurespiegels ergeben sich bereits viele der nötigen Massnahmen.

Zur richtigen Ernährung bei zu hohen Harnsäurewerten gehören die folgenden Grundregeln:

Zu viele Trauben sind jedoch aufgrund des hohen Zuckergehaltes nicht ideal. Mehr als 300 g sollten Sie davon nicht essen. Doch gibt es noch viele andere Möglichkeiten, um den Urin-pH-Wert zu erhöhen. Selbst bestehende Harnsäuresteine können auf diese Weise wieder aufgelöst und ausgeschieden werden.

Schon allein die basenüberschüssige Ernährung macht den Urin basischer. Um diese Entwicklung aber zu beschleunigen, kann man zu basischen Präparaten greifen wie z. B. Aktiv Basen, UrBase oder Natron. Aktiv Basen beispielsweise ist ein basisches Aktivwasserkonzentrat, das zwei Mal täglich in einem Glas Wasser getrunken wird.

Ideal wäre es, wenn Sie mit pH-Teststreifen regelmässig überprüfen würden, wie sich Ihr pH-Wert verändert, so dass Sie entsprechend Ihres Bedarfs dann auch die Basenpräparate ganz individuell dosieren können. Wie Sie den pH-Wert im Urin messen lesen Sie hier: pH-Wert-Messung des Urins

Da Übergewicht einen enormen Risikofaktor für erhöhte Harnsäurewerte darstellt, sollten Sie – falls Sie übergewichtig sind – langsam aber sicher überflüssige Kilos abnehmen. Langsam bedeutet wirklich langsam. Würden Sie hingegen mit einer Nulldiät an die Sache rangehen, könnte dies einen Gichtanfall auslösen, da bei raschem Gewichtsabbau zu viele eigene Zellen aufgelöst werden und dabei natürlich auch sehr viele Purine frei werden, die nun alle in Harnsäure verwandelt werden.

Nehmen Sie daher langsam ab – am besten mit der oben genannten Ernährung oder auch einer Entschlackungskur, in deren Verlauf Sie auch gleich die basenüberschüssige Ernährung kennen lernen können.

Kämpfen Sie bereits mit Schmerzen durch Gichtattacken, dann könnte Ihnen als naturheilkundliches Rheumamittel vorübergehend die Teufelskralle helfen. Präparate aus dieser afrikanischen Pflanze wirken schmerzlindernd und entzündungshemmend. Empfehlenswert sind Präparate aus einem standardisierten Extrakt, wovon man drei Mal täglich z. B. 750 mg einnimmt. Tipps bei Gelenkschmerzen finden Sie hier: 12 Tipps bei Gelenkschmerzen

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